Naturschutz

Bedrohte Natur

Naturschutz ist ein wichtiges Vereinsziel der Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen und liegt uns sehr am Herzen. Auf nahezu jedem Kontinent der Erde gibt es Karnivoren. Es existiert jedoch kaum ein Standort, der nicht unter dem Einfluss des Menschen steht.

Zerstörter Standort von Nepenthes rafflesiana auf Borneo

Lebensraum Moor

Das Moor ist einer der bedeutendsten Lebensräume für zahlreiche Karnivorenarten. Jedoch fielen riesige Moorflächen der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Im 20. Jahrhundert gewann Torf als Brennstoff an Bedeutung und die Trockenlegung nahm weiter zu. Auch heute ist Torf als Bodenhilfsmittel für den Garten noch immer ein günstiger Zuschlagsstoff und auch für uns Karnivoren-Sammler ist er ein wichtiger Bestandteil für die Kultur von fleischfressenden Pflanzen. Daher suchen auch wir nach Alternativen und immer häufiger verwenden Züchter andere Substratbestandteile.

Palmöl zerstört Regenwälder

Eine große Gefahr für fleischfressende Pflanzen ist die Abholzung der Regenwälder und somit die Zerstörung der Lebensräume für zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten (s. Abb. oben). Die Vernichtung der Regenwälder hat erschreckende Ausmaße angenommen. Neben der Tropenholzgewinnung geht die größte Bedrohung von der Palmölindustrie aus. Als Rohstoff zur Herstellung wichtiger Lebensmittel und Kosmetika sowie der immer populärer werdenden Biokraftstoffe gewinnt Palmöl zunehmend an Bedeutung für die Industriestaaten. Immer mehr Flächen des ursprünglichen Regenwalds fallen den Palmölplantagen zum Opfer.

Kaufen statt Sammeln!

Auch die vermeintliche Liebe zu den Pflanzen wird vielen Arten zum Verhängnis. Das Sammeln von Samen oder Pflanzen aus der Natur stellt für viele fleischfressende Pflanzen eine große Bedrohung dar. Die Verlockung ist groß, sich von einer Reise zu einem Karnivorenstandort ein Exemplar mitzunehmen oder Samen zu sammeln. Auch werden ganze Populationen abgesammelt, um diese anschließend an Sammler zu verkaufen. In den 70er Jahren wurden Venusfliegenfallen noch zu hunderttausenden für den Handel nach Europa exportiert. Heute kann man nahezu jede Karnivorenart aus künstlicher Vermehrung erwerben. Einige Experten in unserem Verein sind bemüht, seltene Karnivorenarten in Kultur zu vermehren und in großer Stückzahl anzubieten. Ein Absammeln aus der Natur ist daher absolut unnütz und die G.F.P. legt großen Wert darauf, den Wildentnahmen entgegenzuwirken.

Ein interessanter Artikel von Andreas Fleischmann zu dieser Problematik ist im Taublatt 89 (2021/01) erschienen. Der Artikel ist frei verfügbar und kann unter folgendem Link runtergeladen werden:

Karnivoren und Naturschutz – die Rolle von Karnivorenliebhabern