Die monotypische Gattung Darlingtonia ist sehr nahe mit den Sarracenia verwandt und ist nur im Westen der USA, in Nordkalifornien und Oregon beheimatet.
Sie wurde 1841 in den Bergen Kaliforniens entdeckt. Die Pflanzen finden sich, in meist ganzjährig sehr feuchten bis nassen Torf- oder Sphagnummooren und Feuchtwiesen.
Oft stehen die Pflanzen in wasserdurchflutetem Gelände, so daß die Wurzeln permanent vom Wasser umspült und relativ kühl stehen. Daher sollte der Wurzelstock auch in Kultur ständig kühler als die Umgebung gehalten werden. Dies ist einer der Gründe, warum die Darlingtonia californica keine Anfängerpflanze ist.
Ihre Blüten unterscheiden sich sehr stark von denen der Sarracenia, so daß ihre Klassifikation als eigene Gattung innerhalb der Familien der Schlauchpflanzengewächse gewährleistet ist.
Auch die Fangorgane sind komplizierter aufgebaut als bei Sarracenia. Die Schläuche enden in einem stark verdickten Teil, wo sich die einzige Öffnung an der Unterseite dieses helmartigen Kopfes befindet. Die Oberseite des Helms ist mit vielen durchsichtigen Fensterchen versehen. Ein in den Schlauch eingedrungenes Fluginsekt wird deshalb dazu verleitet problemlos nach oben starten zu können.
Eine Fliege beispielsweise fliegt so lange von innen gegen die Oberseite, bis sie so erschöpft ist, daß sie in den Schlund fällt und dort verdaut wird. Außerdem hat Darlingtonia californica eine von unten nach oben führende Leiste am Schlauch, die an der sogenannten Mundöffnung endet und so Bodeninsekten wie Ameisen direkt ins Verderben führt. Entlang dieser Leiste und innerhalb des Helms wird zur Anlockung süßlich duftender Nektar produziert. An der Mundöffnung befindet sich auch ein zungenähnliches gegabeltes Gebilde, wahrscheinlich um angelockten Fluginsekten eine Landung zu ermöglichen.
Diese "Zunge" färbt sich bei voller Sonne wunderschön rot, wie eine Schlangenzunge. Insgesamt sieht ein im Wind hin und her wippender Darlingtonia-Schlauch, der bis zu 70 cm hoch werden kann, mit seinem verdickten Kopf und der Zunge wie eine tanzende Kobra aus. Daher auch der Trivialname "Kobralilie". Weitere (mehr oder weniger verwendete) Namen dieser Pflanze sind Kobrapflanze und Draculapflanze. Die Pflanze vermehrt man am besten durch Ableger, welche von älteren Pflanzen gebildet werden. Die Vermehrung über Samen ist ebenfalls möglich, gestaltet sich jedoch eher als langwierig.
Kultur:
Die Kultur dieser Art ist etwas schwierig: Darlingtionia kommt aus einem "temperierten" Klimagebiet, benötigt daher eine lange, kühle Winterpause mit verkürzter Tageslichtdauer, zudem - als Besonderheit - kalte Wurzeln. Die Pflanze darf im Sommer ruhig in der prallen Sonne stehen - die Wurzeln (und damit das Substrat) müssen aber kalt bleiben. Weiterhin wird eine erhöhte Luftfeuchtigkeit gewünscht.
Darlingtonia kultiviert man am besten in einem Gemisch aus lebendem Sphagnummoos und Perlit oder einfach nur in lebendem Sphagnum. Ein Substratgemisch aus Hochmoortorf und Perlit ist ebenfalls geeignet, wenn auch nicht ganz so gut. Darlingtonia ist, je nach Klon, bedingt bis voll winterhart und sollte während der kalten Jahreszeit mit einer Schutzabdeckung versehen werden. Das wichtigste bei der Kultur ist die ausreichende Kühlung der Wurzeln. Solange die Wurzeln und das Rhizom relativ zur Umgebung gesehen ausreichend niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind, verträgt die Pflanze volle Sonne und gedeiht prächtig.
Darlingtonia wird am Besten im Moorbeet oder im Gewächshaus kultiviert, hierbei sollten die Pflanzen in Tontöpfen unter Anstaubewässerung stehen, wobei Staunässe (Substratmischung!) nicht vertragen wird. Die Tontöpfe sorgen durch Verdunstungskälte für die ausreichende Kühlung des Wurzelstocks. Umpflanzen ist sehr gefährlich, da die Pflanze sehr empfindlich auf Störungen des Wurzelstocks reagiert.
Im Sommer mag es die Pflanze warm, wobei die Nacht bevorzugterweise einiges kühler sein sollte.
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