![Heliamphora heterodoxa x ionasii. Der oberste Krug bildete sich nach Milchdüngung. Foto: Ansgar Rahmacher. [zur Vergrößerung klicken, 38KB]](tn_40_01_02.jpg) |
Das Wachstumsresultat bei den Pflanzen war enorm, ich hatte sie im Winter
aus Blattstecklingen gezogen und im Spätsommer waren sie ein drittel
größer als die Drosera capensis in einer durchschnittlichen
Gärtnerei. Weitere Versuche folgten mit Nepenthes, Heliamphora
und Cephalotus. Geschadet hat es keiner Pflanze, aufgrund ihres
relativ langsamen Wachstums kann man die Erfolge aber nicht so schnell
erkennen. Meine Heliamphorahybriden, von denen ich eine letzten September
in Bonn ergattert habe, hat bis Dezember Krüge gebildet, die immer
ein kleines bißchen größer waren als die vorherigen.
Nach intensiver Milchdüngung war der neue Krug ein Drittel größer.
Ohne die Natriumdampflampe wäre das wahrscheinlich auch nicht so
extrem gewesen, aber zusammen ist es eine ideale Kombination. Ebenfalls
gut hat es Nepenthes ventricosa vertragen, vorher ziemlich winzige
Kannen, bildete sie nach Milchdüngung von einem zum anderen Blatt
relativ große Kannen. Ein paar grundsätzliche Dinge sollte
man bei der Milchdüngung beachten. Nicht zu viel Milch nehmen, sonst
überfordert man die Fangorgane, bei Nepenthes kann dann schon
mal eine Kanne absterben. Bei Grubenfallen nimmt man je nach Größe
ein Paar Tropfen pro Falle. Am unkompliziertesten ist es bei Heliamphora,
sollte man zu viel Milch genommen haben, kann man sie durch das geniale
Überlaufsystem der Krüge einfach verdünnen. Sonnentau sollte
man entsprechend der Größe mit Milch versorgen, Drosera
regia verträgt eine ganze Menge, während Drosera pygmaea
schon unter einem Tropfen hoffnungslos begraben wird. Hat man viele Droseras,
bietet sich wirklich das Besprühen mit verdünnter Milchlösung
an, da man so mehr Pflanzen mit weniger Aufwand erreicht. Sprüht
man die Pflanzen großflächig an, sollte man sie nach einem
Tag mit Wasser absprühen, um zu verhindern, daß die Milch anfängt,
zu schimmeln. Auch sollte man vermeiden, es auf Muttis Fensterbank zu
machen, da sich ansonsten ein süßlicher Geruch dort breitmacht.
Ebenso müßte es funktionieren, wenn man etwas Milch auf das
Substrat gibt, da sie im Boden von Mikroorganismen abgebaut wird und u.a.
Nitrat entsteht, das über die Wurzeln aufgenom-men werden kann.
Welche Sorte Milch am Brauchbarsten ist, konnte
ich noch nicht feststellen, ich habe meine Versuche
immer mit frischer Vollmilch mit 3,5% Fett
gemacht, da ich wegen Eigenbedarfs davon immer
einiges im Kühlschrank habe.
Bleibt zu hoffen, daß der Verzehr von Milch weiterhin unbedenklich
ist, sonst lautet demnächst die dritthäufigste Frage: “Wenn
ich da den Finger reinstecke, krieg ich dann BSE?”
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