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Der Beginn einer Sammlung ist ja meistens eine Venusfliegenfalle
oder ein Sonnentau, die man ohne weiteres an einem sonnigen Fenster halten
kann. Irgendwann gesellen sich noch Sarracenien und Pinguiculas hinzu. Möchte
man sich dann weiter steigern mit Nepenthes und Utricularien, sind weitere
Vorkehrungen mit der erhöhten Luftfeuchtigkeit nötig. Ich kenne zwar auch
Leute, bei denen Nepenthes × ventrata und Utricularia reniformis erfolgreich
auf der Fensterbank wachsen, aber das ist eher die Ausnahme.
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Ein Gewächshaus
ist meistens zu teuer, also bleibt eine Vitrine oder ein Terrarium. Hat man
den Standort gewählt, kommt man zum Problem der Einrichtung. Die leichteste
Methode ist es, etwas Wasser auf dem Boden zu haben und Töpfe hineinzustellen.
Es gibt aber auch anspruchsvollere Varianten mit kleinen Landschaften. Das
sollte man vorher gut planen, denn nichts ist ärgerlicher, als eine bestehende
Vegetation großartig umzugestalten. Ich werde jetzt 2 Beispiele aufführen,
einmal das Terrarium von mir und das meines Bekannten Ralf Vester.
Mein Terrarium
war vorher ein 375 Liter Aquarium, bis ich mich entschied, die Fische auszuquartieren.
Es hat ca. 30 cm Abstand von der Oberkante zu vier 35 Watt Leuchtstoffröhren.
Zwischen Decke und Oberkante ist es noch von Plexiglasscheiben umrandet, das
hält die Luftfeuchtigkeit hoch. Das Substrat ist ausschließlich Torf, der
auch von den Nepenthes gut vertragen wird, stellenweise mit kleinen Steinchen
aufgelockert und an der Hinterseite auf ca. 40 cm aufgeschüttet, so daß sich
ein kleiner Hang ergibt, der vorne in einen Tümpel mündet, je nachdem, wie
hoch der Wasserstand ist. Über den Torf fließt ein kleines Rinnsal, angetrieben
von einem Aquarienfilter. Das Bachbett ist mit Plastiktütenschnipseln von
Einkaufstüten, kleinen Steinen und Korkeichrinde ausgekleidet, damit der Torf
nicht weggespült wird und das Wasser nicht gleich versickert. Momentan habe
ich an Pflanzen Nepenthes alata, ampullaria, ventricosa, × mixta, × ventrata,
Drosera capensis, Utricularia longifolia, sandersonii, vulgaris und eine Fettkrauthybride
darin. Ein großer Teil wird auch von Sphagnum überwuchert.
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Vor 2 Jahren in Bonn sah ich zum ersten Mal einen Ultraschallzerstäuber und mir war sofort
klar, den muß ich haben. Das Gerät muß immer von etwas Wasser bedeckt sein,
es bietet sich also eine kleine Schale an. Das Problem ist jedoch, daß nicht
nur Nebel entsteht, sondern auch größere Wassertropfen herausgeschleudert
werden, dadurch sinkt der Wasserspiegel sehr schnell ab, nach einer halben
Stunde läuft das Gerät nicht mehr. Deshalb hatte ich das Gefäß in den kleinen
Bachlauf integriert, so daß es ständig gefüllt war. Laut Herstellerangaben
hält die geldstückgroße Membran des Zerstäubers ein halbes Jahr, wohl bei
Dauerbetrieb. Dann muß man für ca. 20 DM eine neue einbauen. Bei mir war sie
schon nach einer Woche abgenutzt und es entstand kein Nebel mehr. Nach Reklamation
bekam ich eine neue, die aber auch nur eine Woche hielt. Nach diversen Erkundigungen
im Internet war die Sache klar. Durch Kontakt mit dem Torf wird das Wasser
sauer, wodurch die Metallbeschichtung der Keramikmembran oxidiert wird. Folglich
ist das Gerät für saures Wasser ungeeignet.
Nun mußte ich tricksen. Es darf
kein saures Wasser in das Gefäß gelangen und trotzdem soll immer genügend
Wasser drin sein, damit Nebel entsteht. Darum habe ich außerhalb des Terrarium
etwas erhöht einen 13 Liter Kanister angebracht, der mit Regenwasser gefüllt
ist. Von dort führt ein Schlauch mit Absperrventil zum Gefäß. Das Ventil kann
man so regulieren, das gerade soviel Wasser nachläuft, wie verbraucht wird.
Mit ihren langen Blättern ist mir Utricularia longifolia eine große Hilfe
beim Verdecken des Schlauches. Das Gefäß ist gut versteckt, so daß der Nebel
aus einer Höhle herauskommt, die mit Sphagnum bedeckt ist.
Eine lustige Geschichte ist noch die Sache mit der Fliegeninvasion.
Keine Ahnung, was sie hier wollten oder wo sie herkamen, aber wohin sie gingen,
wußte ich genau: drauf! Das Terrarium steht im Keller in einem nicht vom Tageslicht
erreichbaren Raum, so daß Insekten dort Mangelware sind. Dachte ich! 3 Monate
nach der Einrichtung hatten sich die Pflanzen erholt und die Nepenthes begannen,
Kannen zu bilden. Wenn ich mal Zeit hatte, suchte ich eine Kellerassel und
brachte ihr dann „Schwimmen“ bei. Als ich an diesem Morgen den Raum betrat,
war irgendwas anders. Außer den Fischen in einem anderen Aquarium richteten
ca. 70 große Fliegen ihre Augen auf mich. Da fiel mir doch vor Verwunderung
die Assel aus der Hand. Es war schon faszinierend, wie die Fliegen mehr oder
weniger erfolgreich über Drosera capensis spazierten oder ihren Freischwimmer
in den Nepenthes machten. Nach einer Woche war das Schauspiel jedoch vorbei,
die Pflanzen hatten ihre Pflicht erfüllt. Einen Monat später wiederholte sich
das ganze, und dann war ein Jahr Ruhe. Insgeheim hoffte ich auf eine Rückkehr,
waren doch inzwischen ungefähr 20 große Kannen gewachsen. Eines morgens betrat
ich also wieder den Raum, als mich ein vertrautes Summen aus meinem Halbschlaf
riß. Wie spätere Zählungen des Kanneninhaltes ergaben, handelte es sich aber
diesmal um über 300 Fliegen. War schon ein atemberaubendes Erlebnis, alle
Fliegen gleichzeitig aufzuscheuchen. Nun hatten die Pflanzen einiges zu tun,
aber sie hielten sich wacker. Für einige Nepenthes war es aber zu viel, die
Kannen starben nach kurzer Zeit ab, sie hatten sich einfach überfressen.
Mein Bekannter hat sein Terrarium auch sehr aufwendig gestaltet.
Auffällig ist ein Tepui aus Torfsoden, worin ein Ultraschallzerstäuber integriert
ist. Dadurch fällt der Nebel ca. 20 cm in die Tiefe. Das Terrarium wird mit
einer 70 Watt Natriumdampflampe beleuchtet. Es steht auf der Fensterbank und
bekommt teilweise Sonne mit. Da es mit einer durchlöcherten Plexiglasscheibe
abgedeckt ist, hält sich die Feuchtigkeit und die Wärme sehr gut. Das bekommt
nicht allen Pflanzen darin, Venusfliegenfalle, Drosera adelae und prolifera
wachsen etwas kümmerlich, dafür kommen die Raritäten richtig gut, und das
wären Drosera falconeri, petiolaris, fulva und lanata Darwin. Außerdem stehen
noch ein paar Utricularien, eine Heliamphora und Nepenthes ampullaria darin.
In meinem Terrarium hatte ich zeitweise auch eine Heliamphora, aber es war
ihr zu dunkel, was man daran erkennt, daß sie keine Deckelchen ausbildet.
Bei meinem Bekannten wächst sie gut, was wieder ein Beweis für die Qualität
von Natriumdampflampen ist. Ich hoffe, daß durch diesen Artikel ein paar Anregungen
zur Terrarienkultur gegeben wurden, vielleicht stellt einer von Euch ja auch
mal sein Terrarium vor.
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Tepui
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Drosera lanata
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Drosera falconeri
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