Allgemeines zur Pflanze:
Cephalotus bildet 2 unterschiedliche Blätter: Im Sommer und Herbst die kleinen (meist 3cm großen - bis 5cm große) Krüge und ab Ende Herbst/Anfang Winter und im Frühjahr die "normalen" Blätter.
Die Krüge werden am Ende vom Blattstiel gebildet und beginnen als kleine, haarige Kugeln. Nachdem der Krug ausgebildet wurde öffnet sich der Deckel und ist fangbereit (Verdauungsflüssigkeit schon im Krug). Der Deckel ist mit lichtdurchlässigen Fenstern besetzt und behaart. Er senkt sich bei zu heißem und trockenem Wetter um einer Verdunstung der Verdauungsflüssigkeit entgegenzuwirken. Die grünen, ovalen "Laubblätter" werden auf Grund einer verkürzten Photoperiode (das heißt die Pflanze erhält pro Tag weniger Stunden Licht) produziert. Diese Winter-Blätter eignen sich ideal zur Stecklingsvermehrung.
Das Wurzelsystem des Zwergkrugs beginnt mein einer dicken senkrecht verlaufenden Hauptwurzel. Daraus entwickelt sich dann ein stark verzweigtes (ca. 15 cm tiefes) Wurzelsystem. Je besser sich dieses ausbreitet, desto mehr Krüge werden produziert. Die weiße Blüte (4 mm Durchmesser) erscheint zum Sommeranfang und sitzt auf einem bis zu 60 cm langen Blütenstängel. Die Pflanze kann man mit selbst bestäuben, wobei manchmal die Pflanze auch selbststeril zu sein scheint.
Die eigentliche Kultur:
Die Pflanze wächst sehr langsam und ist nicht ganz einfach zu halten. (keine Anfängerpflanze! Auch Profis beklagen sich immer wieder über den plötzlichen Verlust eines Pflänzchens).
Sowohl im Topf als auch im Terrarium ist die Haltung von Cephalotus erfolgreich. Wichtig ist, dass es Cephalotus hasst umgetopft zu werden - daher gleich einen Topf mit einer Nummer größer verwenden. Falls ein Umtopfen notwendig wird (bei der Pflanzenheranzucht oder um das Substrat nach 4-5 Jahren zu erneuern) empfiehlt sich das Frühjahr. Für eine erwachsene Pflanze sollte man einen Topf mit mindestens 15 cm Tiefe - besser 20 cm verwenden. (Je größer der Topf ist desto besser scheint das Wachstum zu sein.) In der Natur ist der Boden sehr sandig - dies ist bei der Substratmischung zu beachten. Daher habe ich bei meiner Pflanze 2/3 Torf und 1/3 Quarzsand gemischt. Anstelle des Torfs wird auch manchmal getrocknetes Sphagnum verwendet. Ebenso wird manchmal statt Quarzsand feines Perlite eingesetzt. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (ca. 60-75%) und ein ständig feuchter Boden sind ein muss bei der Kultur von Cephalotus. Der Boden darf also nie austrocknen bzw. dauernass sein (also kein permanentes Anstauverfahren). Das Wasser (sauberes Regenwasser oder destilliertes Wasser) sollte Raumtemperatur haben. Die Pflanze mag viel Licht - ein Platz am Südfenster empfiehlt sich daher . Eine Zusatzbeleuchtung im Winter wird evtl. erforderlich. Bei sehr viel Licht färben sich die Krüge schön aus - bleiben aber etwas kleiner. Temperaturen: Zu große Sommerhitze (über 35°C) ist ebenso schädlich wie eine fehlende Winterruhe bei 10-15°C. Im Sommer sind 20-25°C zu empfehlen - eine Nachtabsenkung im Sommer von ca. 5°C ist ebenfalls zu empfehlen. Die Pflanze übersteht auch kühlere Nächte - mag sie aber nicht besonders. Richtigen Frost mag Cephalotus gar nicht. Ein Düngen der Pflanzen hat oft ein absterben der Pflanze zur Folge.
Krankheiten:
Schädlinge sind sehr selten. Meist sind es dann Blattläuse. Hier helfen Mittel wie z.B. das Neudorff Spruzid flüssig problemlos. Eher problematisch sind Pilze, die oft ein schnelles Absterben der Pflanze zur Folge haben.
Weitere wichtige Tipps:
- Nie Wasser in die Krüge: Sie müssen nicht mit Wasser gefüllt werden. Auch beim gießen aufpassen. Hat nämlich ein Absterben der betroffenen Krüge zur Folge.
- Die Wachstumshilfe "Milchdünger" ist nicht geeignet - im Normalfall sterben die Krüge dann ab.
- Im Winter nicht vergessen: Kühl und weniger Stunden an Licht.