Die Reusen-Falle wird durch die Gattung Genlisea mit ca. 20 Arten
vertreten. Die Arten der Gattung Genlisea, die sehr nahe mit den Utricularia
verwandt sind, kommen nur in Südamerika und Afrika vor. Es sind kleine rosettige
Blattklumpen mit lang gestielten Blüten, die im Erdreich anstelle der Vakuumfangblasen
(wie Utricularia) gegabelte, spiralig gedrehte, mit inneren Reusen versehene
Ausläufer besitzt, deren beide Spiralenden zur Pflanze hin, kurz nach dem
Zusammentreffen im sogenannten "Magen" enden.
Kleine Bodeninsekten (angelockt durch chemische "Duftstoffe"), die durch
die Öffnung am Ende der Spiralen eindringen, können aufgrund der Reusen
nur in eine Richtung in die Pflanze hinein weiterkommen. So kriechen sie immer
weiter, bis sie im Magen angelangt sind, der durch den Eiweißreiz der Opfer
sofort mit der Produktion von Verdauungssekreten beginnt. Die Beute wird aufgelöst
und alle für die Pflanze verwertbaren Stoffe absorbiert. Die Beute besteht
aus Springschwänzen, kleinen Asseln, Würmern und anderen kleinen Bodeninsekten.
Bei überschwemmtem Erdreich werden natürlich im Wasser lebende Tierchen wie Wasserflöhe auch nicht verschmäht. Der Fangapparat dieser Gattung gehört zu den kompliziertesten innerhalb des karnivoren Reichs und fasziniert Botaniker und Hobbywissenschaftler weltweit.
Einige Arten dieser Gattung vermehren sich - neben Samen - über Ausläufer.
Über eine Gefährdung dieser Gattung ist nichts bekannt, abgesehen von der allgemeinen Bedrohung der Naturstandorte.
Kultur:
Sie ist selten in der Kultur, obwohl die Haltung der Genlisea z.T. so einfach wie die der semi-aquatischen Utricularien ist. Ein lockeres Substrat aus schwach zersetztem Hochmoortorf mit viel Quarzsand versetzt ist ideal. Genlisea wird mit kalkfreiem Wasser im Anstau bewässert, wobei die Substratoberfläche zeitweise unter Wasser stehen kann. Das Substrat und das Wasser dürfen nicht "faulen" und sollten daher rechtzeitig ausgetauscht werden. Diese Pflanzen mögen einen sehr hellen, wohl temperierten Standort (ohne direktes Sonnenlicht) bei recht hoher Luftfeuchtigkeit. Tagsüber 20-25°C und nachts etwas kühler (16-20°C) sind von Genlisea ganzjährig gewünscht. Da alle Arten aus den Tropen stammen, wäre ein Platz im Tropenhaus oder einer Orchideenvitrine hier das Richtige.
Die häufigsten und einfachsten Vertreter dieser Gattung sind Genlisea hispida und Genlisea violacea. Besonders Genlisea violaceaist sehr blühfreudig. Die anderen Arten sind schwieriger in der Kultur und bestehen z.B. auf sauerstoffreiches, fliessendes Wasser oder auf eine "trockene" Ruhephase (wie G. pygmaea).