Die "Wasserfalle" ist eine frei schwimmende, wurzellose Wasserpflanze, die man vereinzelt in Teilen Europas, Asiens (z.B. Indien und Japan) und Australiens findet. In den alten Bundesländern gilt sie seit 1986 als ausgerottet. In der Schweiz ist noch ein einziger Standort bekannt. Sie ist mit der Venusfliegenfalle verwandt, mit der sie viel gemeinsam hat: Darunter die Klappfalle - nur sehr viel kleiner. Es gibt nur eine Art: Aldrovanda vesiculosa. Entdeckt wurde die Pflanze zu erst in Indien 1699 von Leonard Plukenet.
Aldrovanda vesiculosa lebt in warmen, sauberen, nährstoffarmen, seichten Gewässern und schwimmt frei (dicht unter der Wasseroberfläche) zwischen Binsen, Schilf oder Reispflanzen.
Das Fangprinzip ist dem der Venusfliegenfalle sehr ähnlich, nur
daß sich alles im Wasser abspielt. Die Fallen, die am Ende der wagenräderförmig
angeordneten Blätter gebildet werden, sind nur ca. 6-9 mm lang, schließen
sich aber maximal in 1/50 Sekunde. Der Schließvorgang wird wie bei Dionaea durch spezielle Auslöseborsten ausgelöst. Es sind jedoch wesentlich mehr vorhanden. Eine weitere Bedingung für das Schließen der Fallen ist eine Wassertemperatur von über 20°C. Als Beute dienen der Pflanze Wasserflöhe,
Mückenlarven und andere kleine Wasserinsekten. Die gesamte Pflanze ist 10-15cm lang, dabei stirbt sie am einen Ende ab, während sie am Anderen weiterwächst.
Kultur:
Die Aldrovanda vesiculosa ist selten käuflich zu erwerben und recht teuer.
Da die Art allgemein als sehr heikel gilt, finden sich kaum verläßliche Kulturtipps. Man sollte sich einschlägige Literatur beschaffen, bevor man einen Kulturversuch mit dem heiklen Pflänzchen wagen will.
Einige Liebhaber empfehlen die Kultur zusammen mit anderen Pflanzen
(Typha, Lemna usw.) in kleinen Teichen oder Aquarien. Auf dem Boden des Aquariums eine dünne Torfschicht und nährstoffarmes Wasser gehören zur "Grundausstattung". Von entscheidender Bedeutung scheinen pH-Wert (pH6) und Leitfähigkeit des Wassers zu sein. Viel Licht, warmes Wasser (ca. 25°C) im Sommer und ca. 4°C kaltes Wasser in der Ruhephase (außer bei tropischen Pflanzen, die durchkultiviert werden) sind die Grundkulturbedingungen. Lebensgefahr für die Pflanze besteht durch Algenbildung. Hier helfen algenfressende Schnecken wie z.B. Lymnaea stagnalis weiter.